Mit einem Plausch-OL und dem Besuch des Landesturnfests Hessen in Fulda wurden 1985 die letzten 25 Jahre des mittlerweile 125-jährigen Turnvereins in Angriff genommen.

1986 wurde darüber abgestimmt, ob die Damen dienstags die Turnstunden besuchen dürfen. Mit der Annahme dieses Antrags wurden die ersten weiblichen Wesen in den Turnverein „integriert“.

 

Mit einem absoluten Tiefstand an aktiven Mitgliedern wurde das letzte Viertel der ersten 100 Jahre des Turnvereins in Angriff genommen.

Beinahe als Periode der „Fäschter“ könnten die folgenden Jahre eingestuft werden: Turnfäschter, Schwimmbadfäschter in den sechziger Jahren, Flossrennenfäschter, Mehrzweckhallenfäschter in den siebziger und achtziger Jahren brachten viel Abwechslung und Arbeit. Dazwischen Mitarbeit an Jubiläen wie 1962 die Sekundarschule, 1973 Männerchor und Primarschule, 1977 der Damenturnverein und 1983 schlussendlich die 1100 Jahr-Feier von Kradolf.

Auch im dritten Vierteljahrhundert wurde das Turnen durch den Weltkrieg stark eingeschränkt. Oftmals konnten die Lektionen nur mit wenigen Mitgliedern oder gar nicht durchgeführt werden.

Nach zwei schönen Erfolgen am Eidgenössischen Turnfest in Winterthur 1936 und am Kantonalen Turnfest in Weinfelden 1938 wurden nach dem Krieg auch mehr und mehr die Spiele – vor allem Korbball – gepflegt.

Nach den turbulenten ersten 25 Jahren, hatte sich die Situation vor allem in der Vereinsführung beruhigt. Verschiedene verdienstvolle Turner wie Jacob Kunz, Adolf Dörig, Wilhelm Braun, Jakob Schörpf, Jean Häberli und Joseph Büchi konnten jeweils als langjährige Präsidenten und Oberturner geehrt werden.

Als Grossereignis durfte der Verein und die ganze Bevölkerung von Schönenberg und Kradolf, trotz der grauenhaften Kriegswiren, im Winter 1914/1915 die erste Turnhalle einweihen. Bald darauf wurde auch bereits die erste Abendunterhaltung darin durchgeführt.

Im ersten Vierteljahrhundert des im Mai 1884 von Lehrer Eduard Stähelin mit 15 Gleichgesinnten gegründeten Vereins, mussten verschiedene Kinderkrankheiten überwunden werden, bis das Turnen in unserem noch kleinen Doppeldorf fest Fuss gefasst hatte.

So hauchte der junge Verein, der zuerst als Turnverein Schönenberg gegründet worden war, sein Leben nicht weniger als dreimal aus, wobei 1893 und 1899 die Tätigkeit jeweils nur kurz wieder aufgenommen wurde. Erst ab 1904 kann ein zwar immer wieder von Krisen geschüttelter, aber regelmässiger Turnbetrieb verfolgt werden.